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Gemeinschaftsgarten Zolli in Bremerhaven: Wie gemeinsames Gärtnern verbindet

Die Ernte des Zolli-Gartens: Neben Obst und Gemüse wachsen hier auch Zusammenhalt und Engagement. Wo Menschen gemeinsam säen, jäten und ernten, wächst oft mehr als nur Gemüse. Der Gemeinschaftsgarten Zolli in Bremerhaven ist mehr als Urban Gardening: Er verbindet Nachbarn, schafft Teilhabe und macht Natur für alle zugänglich. Kann ein Garten die Gesellschaft ein Stück näher zusammenbringen? Frische Minze duftet und Hühner gackern. Mitten in Bremerhaven-Lehe liegt der Zolli. Das Garten- und Kulturprojekt ist mehr als nur ein Park. Gemeinschaft steht im Vordergrund – unabhängig von sozialen Hintergründen und bürokratischen Hürden. Wie schafft es gemeinsames Gärtnern, Menschen zusammenzubringen? Der Park ist umgeben von Bäumen, die Schatten spenden. Es riecht nach feuchter Erde und die Bienen summen. Der seit 2018 bestehende Zolli-Verein ist Träger des Parks. Gründungsmitglied Susanne Ruser steht an ihrem Hochbeet. Sie ist in jeder freien Minute auf dem Zolli unterwegs. Gemüse für alle – auch ohne Geld Bremerhaven zählt zu den Städten mit hoher Kinderarmut. Viele Familien in Lehe, wo auch der Zolli liegt, können sich kein frisches Gemüse leisten. Und Bio-Qualität erst recht nicht. Der Zolli-Verein möchte das ändern: Mit 33 Hochbeeten, einem Gewächshaus aus alten Poolwänden, Workshops und Konzerten. Und das alles kostenlos. Bis 2013 stand auf dem Gelände des Parks das Zollinland-Stadion. Gesellschaftliches Engagement machte den Ort zur grünen Oase. „Wir hangeln uns von Topf zu Topf!“ Susanne Ruser, Zolli-Gründungsmitglied Auf dem Weg von den Hochbeeten zum Gewächshaus spiegelt sich die Sonne in einer Pfütze. Am Morgen des Nachmittags Ende Juli hat es geregnet. Die Frau mit roten Locken engagiert sich seit mehr als 10 Jahren auf dem Zolli. Zudem ist die Personalreferentin als Stadtverordnete für die SPD tätig und Kassiererin beim Zolli-Verein. Finanziert werden die Projekte auf dem Zolli durch Mitgliedsbeiträge und Fördergelder von Stadt, Land und der lokalen Dieckell-Stiftung. „Wir hangeln uns von Topf zu Topf“, sagt die gebürtige Bremerhavenerin. Nach dem Gießen füllt sie Förderanträge aus. 2024 gewann der Zolli den Deutschen Nachbarschaftspreis. Das Preisgeld floss ins Hühnerhaus. Für Susanne Ruser ein Beweis, dass sich ehrenamtliches Engagement auszahlt: „Die Hühner, deren Eier man isst, persönlich zu kennen, ist super“. In den nächsten Wochen soll auch noch ein Namenswettbewerb für das gefiederte Trio stattfinden. Ehrenamtliches Engagement als Motor des Projekts Was macht den Ort besonders? „Wir brauchen Menschen, die anpacken wollen“, sagt Susanne Ruser. Nach der Arbeit im Büro seien die handwerklichen Tätigkeiten für sie ein Ausgleich. „Gärtnern, Schnacken und Tanzen, all das geht hier innerhalb eines Nachmittags“, sagt Susanne Ruser. Dass sie durch das Engagement im Zolli so vielfältige Menschen kennenlernt, gäbe ihr Motivation. Auch wenn die Vereinsarbeit manchmal anstrengt. Aktuell plant der Vorstand eine Küche im Vereinsheim und ein Beachvolleyballfeld. Doch Bürokratie und Vandalismus bremsen die Vorhaben. Bis vor einigen Wochen dampften neben der Wasserstelle und den Hochbeeten häufig frische Hundehaufen und herausgerissene Pflanzen lagen neben den Beeten. Mittlerweile ist der Beetbereich abgeschlossen. Jedes Beet hat einen Paten. Spielen, Äpfel pflücken und an den Veranstaltungen teilnehmen können weiterhin alle. Herausforderungen für den Gemeinschaftsgarten Schwierigkeiten machen auch vor Wasserschläuchen und Rasenmähern nicht […]