Sommer, Sonne, Explosion – Wie der Krieg immernoch Brände verursacht

Waldbrand (Alexandre P. Junior, pexels)

In Südeuropa wüten Brände und in manchen deutschen Städten ist das Wasser knapp. Einige Bundesländer in Deutschland kämpfen aber mit einem noch größeren Problem: Alte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Temperaturen in Deutschland sind auf Höchststand – und mit ihnen die Gefahr für Brände. In den meisten Bundesländern steht aktuell die Warnstufe auf Rot. In manchen wüten schon riesige Wildfeuer, doch nicht alle entstehen durch weggeschmissene Kippenstummel oder Grillen im Park. Wer Krieg führt, müsste eigentlich auch aufräumen. In Deutschland haben sie aber ein paar Ecken vergessen.

Kampfmittelverdächtige Flächen

Besonders in Brandenburg gibt es Truppenübungsplätze, wo noch alte Munition vergraben liegt.  Dort sind 20 Prozent der Fläche „kampfmittelverdächtig”. Laut WWF entzündeten sich in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern deshalb Feuer, die im Jahr 2019 62 Prozent der gesamten deutschen Waldbrandfläche ausmachten. Das sind Brände, die viel schwerer zu löschen sind als andere. Löschtrupps können sich ihnen nur langsam nähern, da unter der Erde in betroffenen Gebieten weitere Munition lauern könnte.

Explosion auf einem Truppenübungsplatz (Quelle: Alexander Paramonov, pexels)

Menschen verursachen die meisten Brände

Waldbrände sind alle Jahre wieder ein Problem. Vorsicht und rücksichtsvolles Verhalten ist deshalb in Wäldern angesagt. Leider ist der Mensch die Nummer-Eins Ursache für Waldbrände. Nicht wenige Brände werden absichtlich von Menschen entfacht, laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)sind es 20,6 Prozent. 23,8 Prozent entstehen durch fahrlässiges Verhalten. Anscheinend schafft es der Mensch sogar postmortal Teil dieser Statistik zu sein.

Klimawandel führt zu mehr Explosionen

Minen und Munition aus vergangenen Weltkriegen werden mit steigenden Temperaturen immer gefährlicher. Je älter die Kampfmittel sind und je heißer es ist, desto höher die Gefahr, dass sie sich selbst entzünden. Eine wenig rosige Aussicht zusammen mit dem fortschreitenden Klimawandel.

In den gefährdeten Gebieten werden deshalb Sperrzonen und Schutzstreifen eingerichtet. Wenn es dort brennt, springt das Feuer nicht auf umliegende Waldstücke über. Zusätzlich werden dort bestehende Kieferbestände reduziert, da die Baumart besonders entflammbar ist. Außerdem hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Aufgabe, Munition in bekannten Zonen zu bergen und entschärfen.

Beunruhigend an der ganzen Sache: Alte Munition taucht hin und wieder auch an neuen Orten auf.