Eine Gruppe deutscher Filmemacher:innen um Ilker Catak und Tom Tykwer startet bei den Filmfest Cannes das Projekt Dogma 25. Ein Projekt aus Dänemark dient dafür als Vorbild. Was damit erreicht werden soll und wie die ersten Pläne aussehen.
FAQ – das wichtigste zu Dogma 25 im Überblick
Wer macht mit?
Die fünf deutschen Filmemacher:innen Ilker Catak, Tom Tykwer, Nora Fingscheidt, Kudwin Ayub und Helene Hegemann
Was ist Dogma 25 Germany?
Es ist ein Filmprojekt, das beim Filmfest Cannes gestartet wurde. Fünf deutsche Filmemacher:innen – Ilker Catak, Tom Tykwer, Nora Fingscheidt, Kurdwin Ayub und Helene Hegemann – wollen ab diesem Jahr fünf Kinofilme produzieren, die sich an strenge „Dogma-Regeln“ halten (z. B. keine Filmmusik, Drehbuch von Hand geschrieben, kein Internet bei Location- und Casting-Suche).
Wann geht los mit den Filmen und wer finanziert diese?
Erste Dreharbeiten sollen noch 2026 starten.Das finanzielle Fundament steht bereits durch die Produktionsfirmen X Filme Creative Pool, Zentropa Hamburg und if…productions. Zusätzlich beteiligt sich die norddeutsche Filmförderung MOIN mit 1,2 Millionen Euro. Mindestens zwei der fünf Filme sollen in Hamburg gedreht werden.
Dogma 25: Präsentation beim Filmfest Cannes
Beim Filmfest Cannes fiel am vergangenen Samstag der Startschuss für das Projekt Dogma 25 Germany. Damit wollen die fünf deutschen Filmemacher:innen Ilker Catak („Gelbe Briefe“), Tom Tykwer („Lola rennt“), Nora Fingscheidt („Systemspringer“) , Kurdwin Ayub („Sonne“) und Helene Hegemann („Zeit Verbrechen“-Serie) ab diesem Jahr fünf Kinofilme produzieren, die sich an die sogenannten „Dogma-Regeln“ halten und sich damit gegen das Mainstream-Kino wenden wollen.
Dogma 25 vs. Dogma 95: Dänemark dient als Vorbild
Das Manifest Dogma 95′, das vor 31 Jahren von den dänischen Filmschaffenden Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Lone Scherfig und Susanne Bier veröffentlicht wurde, steht dabei Pate für das Unterfangen der deutschen Regisseur:innengruppe. Dabei geht es nicht nur um produktionstechnische Vorgaben wie keine Filmmusik zu benutzen oder nur an Originalschauplätzen nur drehen, sondern auch um den kreativen Prozess. Denn das Drehbuch muss von Hand auf Papier geschrieben werden und die Suche von Locations und das Casting von Schauspieler:innen soll ohne Internet erfolgen.
Mit Risiko und Innovation gegen das Mainstream-Kino
Hintergrund des Projekts sind die zunehmenden strukturellen Hürden des gegenwärtigen Kinos durch KI und wirtschaftliche Zwänge: Sicherheit und Konformität statt Innovation und Risiko. „Es geht darum, eine Art kreative radikale Gegenbewegung zur momentanen Entwicklung der Mainstream-Kinowelt ins Leben zu rufen“ – Nora Fingscheidt. Ilker Catak freue sich zudem auf den Austausch und Unterstützung unter den beteiligten Kolleg:innen, da man in der Regie eher alleine ohne andere Regie-Kollegin:innen arbeite, so der Berlinale-Gewinner.
Wann startet Dogma 25? – Finanzierung und Drehstart
Um die Filme umsetzen zu können, muss es ein Finanzierungsmodell ohne Auflagen geben, so die Regeln von Dogma 25. Das finanzielle Fundament der fünf Autor:innenfilme sei bereits durch die Produktionsfimen X Filme Creative Pool, Zentropa Hamburg und if…productions abgedeckt, heißt es. Auch die norddeutsche Filmförderung MOIN beteiligt sich mit 1,2 Millionen Euro an diesem Vorhaben. Mindestens zwei Filme sollen demnach in Hamburg gedreht werden.
„Mach diesen Film, als wäre es dein Letzter“
Sie alle eint, dass sie ähnlich wie der dänische Film in den 1990ern dem deutschen Kino international zur Aufmerksamkeit verhelfen wollen und etwas an den momentanen Strukturen verändern wollen. Die letzte Regel von Dogma 25 lautet: „Mach diesen Film, als wäre es dein Letzter“. Und so darf man gespannt sein, wie das deutsche Filmkollektiv unter dieser und den anderen Prämissen Geschichten umsetzen wird.