Beim 78. Filmfestival in Cannes beeindrucken nicht nur internationale Stars: Filme mit Lars Eidinger und Sandra Hüller stehen im Wettbewerb um die Goldene Palme. Wer hat Chancen auf den beliebten Preis?
Es ist eines der größten Events der Filmwelt: Die Festspiele in Cannes, die noch bis zum 23. Mai laufen. Sie bieten die Bühne für internationale Größe, wie Scarlett Johansson, John Travolta und Kristen Stewart. Doch ins Rennen um die Goldene Palme gehen dieses Jahr auch mehrere Filme, die Deutsches Kino an die Südküste Frankreichs bringen.
Sandra Hüller spielt in „Vaterland“ Erika Mann auf ihrer Deutschlandreise mit Vater Thomas Mann (Hanns Zischler). Im Film des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowskis reist die Familie Mann kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals durch das zertrümmerte Deutschland. Das Drama in Schwarz-Weiß verbindet eine Vater-Tochter-Beziehung mit politischer Geschichte.
Hüller begeisterte 2023 gleich mit zwei Filmen ein internationales Publikum. In Cannes wurde „Anatomie eines Falls“ damals mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, „The Zone of Interest“ gewann den Großen Preis der Jury und damit den zweitwichtigsten Preis.
Nicht nur Sandra Hüller: Auch Lars Eidinger und Volker Schlöndorff sind in Cannes
Der ungarische Filmemacher László Nemes zeigt in „Moulin“ den französischen Widerstandskämpfer Jean Moulin. Darin spielt Lars Eidinger den Gestapo-Chef Klaus Barbie. Eidinger erscheint außerdem in der Romanverfilmung „Heimsuchung“ von Volker Schlöndorff, der außerhalb des Wettbewerbs gezeigt wird. Schon 1979 erhielt Schlöndorff die Goldene Palme für „Die Blechtrommel“.
Jella Haase, die vor allem durch die deutsche Produktion „Fack ju Göhte“ bekannt wurde, spielt in „Gentle Monster“ an der Seite des österreichischen Schauspielers , Laurence Rupp und der französischen Schauspielerinnen Léa Seydoux und Catherine Deneuve. Der Wettbewerbsfilm von Marie Kreutzer handelt von einer Frau, die ein dunkles Geheimnis ihres Mannes entdeckt – und dann die Kontrolle über ihr Leben verliert.
Jella Haase freut sich über europäische Filme
Statt großer US-Produktionen freut sich Haase über starke europäische Filme bei Cannes: „Das ist ganz toll und wünschenswert, dass wir in Europa diese Vielfalt richtig nutzen und Co-Produktionen eingehen“.
Nominiert für die Goldene Palme ist außerdem „Das geträumte Abenteuer“ der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach. Dass dieses Jahr besonders viele Filme mit Bezug zu Deutschland bei Cannes antreten, wundert Cannes-Preisträger Schlöndorff nicht: „Das ist ja so eine sogenannte Hassliebe. Sie sehen das Beste und das Schlimmste in uns und mögen, wenn wir das in unseren eigenen Filmen dann auch reflektieren.“
Welcher Film letztendlich die Goldene Palme oder aber den Großen Preis der Jury absahnt, zeigt sich erst bei der Abschlussgala am 23. Mai. Als Favorit vieler Kritiker:innen hat „Vaterland“ mit Sandra Hüller zumindest gute Aussichten auf Erfolg.