
Das Düsseldorfer Energieunternehmen Uniper ist seit der Energiekrise 2022 verstaatlicht. Ein Großteil der Firmen-Anteile soll jetzt wieder an Privat-Investoren verkauft werden – möglicherweise ins Ausland.
Bis Ende 2028 muss die Bundesregierung ihre 99-prozentige Beteiligung am Energiekonzern Juniper auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren. Dazu wurde sie von der Europäischen Kommission verpflichtet. Das gab das Bundesfinanzministerium unter Lars Klingbeil (SPD) am Dienstag in einer Mitteilung an Inverstor:innen bekannt. Mit dem Wiederverkauf will die EU verhindern, dass Uniper permanent ungerechte staatliche Hilfen erhält.
Der geschätzte Börsenwert des Energiekonzerns liegt aktuell bei etwa 18 Milliarden Euro. Tatsächlich ist aber nur weniger als ein Prozent des Unternehmens an der Börse im Umlauf. Das macht die Prognose eines exakten möglichen Verkaufserlöses schwierig. Aber: „Uniper freut sich über die heutige Ankündigung des Bundesministeriums der Finanzen“, sagte Uniper-Chef Michael Lewis. Der Konzern sei jetzt stabiler, resilienter und strategisch klarer aufgestellt. Das eigene Geschäft sei konsequent auf verlässliche Erträge ausgerichtet.
„Damit sind wir nicht nur wieder in der Lage, Dividenden auszuschütten, sondern können zugleich gezielt in Wachstum und Transformation investieren“
Uniper-Chef Michael Lewis
Putins Angriffskrieg sorgte für Verstaatlichung
Während der, durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelösten, Energiekrise war Uniper 2022 verstaatlicht worden. Bis lang hielt der Bund rund 98,5 Prozent der Unternehmensanteile. Medien sprachen damals von der möglicherweise „größten Rettungsaktion einer Firma in der deutschen Geschichte“. 13,5 Milliarden Euro hatte der Bund im Rahmen von Kapitalerhöhungen bereitgestellt. Uniper war zu einer Rückzahlung von 2,6 Milliarden Euro verpflichtet worden. Dieser ist der Konzern bereits nachgekommen.
Trotz Ausstieg will das Finanzministerium Uniper als Ganzes erhalten. Das macht den Konzern für kurzfristig orientierte Investor:innen unattraktiv. Die möglichen Erlöse durch Verkauf und Börsengang sollen in den Bundeshaushalt fließen. Der hätte das bitter nötig. Im Haushalt klaffen Löcher in Milliardenhöhe. Die will die Regierung etwa mit der neuen Gesundheitsreform schließen. Tatsächlich bindet sich die Bundesregierung mit der Schuldenbremse selbst einen Klotz ans Bein. Denn: nach deren Regeln werden Privatisierungen als einmalige finanzielle Transaktion eingestuft. Die Erlöse sind dann auf die Höhe der erlaubten Neuverschuldungen angerechnet.