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Liebe Architektur-Enthusiasten ,
in unserer neuesten Ausgabe nehmen wir sie mit auf einen Rundgang durch das Chemnitzer Stadtzentrum. Während der rund 880-jährigen Stadtgeschichte ist in der ostdeutschen Industriemetropole eine Fülle an historischen Bauwerken und Sehenswürdigkeiten entstanden, die das Stadtbild bis heute prägen. Dabei sind die Wahrzeichen nicht nur schön anzusehen, sie geben auch einen aufschlussreichen Blick in die Vergangenheit. Fünf von ihnen stellen wir euch heute vor - zu Fuß sind sie alle in weniger als zehn Minuten vom Marktplatz erreichbar.
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Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
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Chefredakteur ArchitektUrban
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Inhalt
- Das Alte Rathaus
- Das neue Rathaus
- Die Schlosskirche
- Der Rote Turm
- Das Siegert'sche haus
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Das Alte Rathaus
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Seit 1498 ist das Alte Rathaus eines der prägenden Wahrzeichen der Stadt. Direkt am Stadzentrum gelegen, ist der langestreckte Rechteckbau ein Vorzeigeexemplar der Spätgotik. Der starke Kontrast zwischen hellweißer Fassade und dunkelroter Fensterrahmung ist für Touristen ein garantierter Blickfang. Der „Seigerturm“ an der Südseite ist der eigentliche Rathausturm. Der „Hohe Turm“ an der Nordseite fällt durch seine barocke Haube auf, die ihm nach einem Brand 1746 aufgesetzt wurde. Der Rundbogen und das Stabwerk sind ebenfalls klassische Elemente der Spätgotik, darin wurde ein kleineres Portal im Stil der Renaissance eingebaut. Es zeigt Halbfiguren der biblischen Judith und der römischen Lukretia, die als Sinnbilder für Tugend und Tapferkeit standen.
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Das Neue Rathaus
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Knapp 400 Jahre später nach dem ersten Bau bekommt Chemnitz ein zweites Rathaus: Das Neue Rathaus symbolisiert den Aufstieg von Chemnitz zur Industriestadt, ist es doch erst wegen dem starken Bevölkerungswachstum notwendig geworden. Es ist das einzige Gebäude am Marktplatz, dass im Zweiten Weltkrieg fast vollständig unversehrt blieb. Während die Fassade mit den kräftigen Sandsteinrahmen, den Laubengängen und Giebeln dem Stil der Neorenaissance folgt, weisen im Inneren die bunten Verglasungen der Fenster, die Wandvertäfelungen und die kunstvoll gestalteten Dekorationen auf den Jugendstil hin. Ein Blickfang ist die 4,75 Meter hohe Rolandsstatue als Symbol für städtische Freiheit und Gerichtsbarkeit.
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Die Schlosskirche
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Mitten auf einem Berg gelegen, beeindruckt die malerische Schönheit der Schlosskirche Touristen und Einheimische gleichermaßen. Die Kirche und das ehemalige Benediktinerkloster sind ursprünglich romanische Bauwerke aus dem 12. Jahrhundert, bis die Kirche zwei Jahrhunderte später im gotischen Stil umgebaut wurde. Mit der Geißelsäule steht hier ein europaweit einzigartiges Kunstwerk: Die 3,80 Meter hohe Säule aus Eichenstamm zeigt mit der Geißelung Jesu eines der wichtigsten christlichen Motive. Aber auch Elemente anderer Architekturstile sind zu finden, etwa den barocken Taufstein oder die Wandkanzel im Stil der Renaissance.
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Der Rote Turm
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Erbaut gegen Ende des 12. Jahrhunderts, ist der rote Turm das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt. Vermutlich wurde er zunächst als Bergfried errichtet und erst später in die Stadtbefestigung integriert. Zwischenzeitlich diente es auch als Stadtgefängnis und als Sitz des Stadtvogts. Mit seinen dicken Mauern ist er ein typisches Beispiel romanischer Wehrarchitektur. Die charakteristische Farbe erhält der Turm durch Chemnitzer Porphyrtuff, ein rötliches Vulkangestein. Im Zweiten Weltkrieg wurde er schwer beschädigt und brannte vollständig aus, die Sanierungen dauerten bis 1958 an. Heute beherbergt er ein kleines Museum über berühmte Chemnitzer.
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Das Siegert'sches Haus
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Das Siegert’sche Haus ist benannt nach den Gebrüdern Siegert, die als erfolgreiche Kaufleute nach Chemnitz zogen. 1741 fertiggestellt, ist es heute das einzig erhaltene Bürgerhaus der Innenstadt im Stil des Barock. Sichtbar wird das vor allem durch den üppigen Stuck, der kunstvoll verzierten Kartusche des Siegertschen Familienwappens und den Fassadenskulpturen. Dass das Haus heute noch steht, ist ein wahrer Glücksfall: Im Zweiten Weltkrieg wurde es weitgehend zerstört – die barocke Fassade ist aber erhalten geblieben.
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