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Die Filmfestspiele sind eines der wichtigsten Kinoereignisse im Jahr. (Bild: Pixabay/ Werner Redlich)

Hallo Filmfreund*in!

Wer sagt, dass man bei grauem Himmel zuhause bleiben muss? Wenn du Lust auf große Geschichten, kleine Perlen oder ein gemeinsames Filmerlebnis mit der Familie hast, bist du hier genau richtig.
Unsere Redaktion hat wieder das Kinoprogramm in Mainz durchforstet und für dich die besten Tipps der Woche kuratiert, darunter:

🎬 Der große Filmstart der Woche,
🌟 ein Geheimtipp abseits des Mainstreams,
🎞️ eine sehenswerte Retrospektive,
👧 und natürlich auch etwas für Kinder & Familien.

Filmstart der Woche -

From the World of John Wick: Ballerina 🩰

USA 2025, 125 Min., FSK 18
Regie: Len Wiseman
Buch: Shay Hatten
Kamera: Romain Lacourbas
Musik: Tyler Bates, Joel J. Richard
Mit: Ana de Armas, Keanu Reeves, Ian McShane

Cinestar: Mi, 04. Juni 21:00 Uhr
Ballerina bindet sich die Schuhe. (Bild: Pixabay/Familyschaffner)

Handlung

Eve erlebt mit, wie ihr Vater ermordet wird. Danach wächst sie bei den Ruska Roma auf und wird zu Killerin ausgebildet. In ihrem Job ist sie auch gut, doch dann trifft sie auf einen Mann, der dem Clan angehört, der ihren Vater getötet hat. Sie versucht nun, diesen Clan auch gegen den ausdrücklichen Befehl ihrer Chefin ausfindig zu machen. Denn sie will Rache.
Das führt sie nicht nur nach Prag, sondern auch ins beschauliche österreichische Örtchen Hallstatt. Auf dem Weg lässt sie Dutzende Leichen liegen, weswegen ihr der Baba Yaga John Wick auf den Hals gehetzt wird …

Kritik

Wer die Fights der JOHN WICK-Filme mag, kommt auch hier auf seine Kosten. Es gibt sogar eine Sequenz, die richtig originär ist. So etwas hat man noch nie gesehen: Zwei Gegner, die sich gegenseitig mit Flammenwerfern attackieren. Vor winterlicher Kulisse und nachts sieht das atemberaubend gut aus.
Keanu Reeves ist in ein paar Szenen dabei, hält sich aber zurück. Offenkundig wollte er Ana de Armas in der Hauptrolle nicht die Show stehlen. Seine Präsenz ist dennoch ein Pluspunkt für den Film und hilft, ihn in der Wick-Welt zu verorten, ebenso wie die Auftritte von Ian McShane als Winston und Lance Reddick als Concierge – hier bei seinem letzten Auftritt. Die Concierge in Prag ist übrigens bestens mit Killern vertraut: Anne Parillaud war einst NIKITA.

Bewertung

⭐⭐⭐⭐

Geheimtipp -

Wenn das Licht zerbricht 🌟

ISL 2024, 82 Min., FSK 12, OmU
Regie: Rúnar Rúnarsson
Buch: Rúnar Rúnarsson
Kamera: Sophia Olsson
Musik: Jóhann Jóhannsson
Mit: Elín Hall, Mikael Kaaber, Katla Njálsdóttir

CinéMayence: Do, 5. - Di, 10. Juni 20:00 Uhr
Sonne hinter einer Wolke. (Bild: Pixabay/lucarubin1971)

Handlung

Una und Diddi studieren gemeinsam und haben sich ineinander verliebt. Die beiden sind schon seit einiger Zeit ein Paar. Doch das darf niemand wissen, denn Diddi hat eine Freundin. Eines Abends beschließen sie, ihre Liebe nicht mehr länger geheim zu halten. Schon am nächsten Tag will Diddi nach Hause fliegen, um die Beziehung mit seiner Freundin zu beenden. Doch der Flug wird gecancelt. Daraufhin mietet er sich ein Auto und verunglückt tödlich.

Kritik

Rúnar Rúnarsson beschert uns hier einen durchaus guten Film, der einen fies ereignisreichen Tag abbildet und auch stilistisch kunstvolle Momente aufweist. So sehen wir zu Filmmusiker Jóhann Jóhannssons Vertonung von Catulls Gedicht “Odi et amo” (“Ich hasse und ich liebe”) eine lange Folge unterbrochener Lichter, die sich als die Deckenleuchten des Strassentunnels heraus stellen, in dem der Unfall passiert – und am Ende wird hieran noch einmal geschickt an anderer Stelle angeknüpft. “Wenn das Licht zerbricht”, der keine leichte Kost ist, lässt sich auch dank sehr anständiger schauspielerischer Leistungen uns wohl völlig unbekannter DarstellerInnen gut anschauen.

Bewertung

⭐⭐⭐

Retrospektive -

Alles über Eva 🎭

USA 1950, 138 Min., FSK 12, OmeU
Regie: Joseph L. Mankiewicz
Buch: Joseph L. Mankiewicz
Kamera: Milton Krasner
Musik: Alfred Newman
Mit: Bette Davis, Anne Baxter, George Sanders

Muschelkino: Di, 03. Juni 20:00 Uhr
Alte Kamera. (Bild: Pixabay/Olga1205)

Handlung

Der Broadway am Ende der 1940er Jahre: Margo Channing, eine der großen Stars der Bühne, beginnt sich mehr und mehr Sorgen um die Zukunft ihrer Schauspielkarriere zu machen. Vor kurzem wurde sie 40 Jahre alt: vielen Schauspielerinnen droht in diesem Alter das Abrutschen in die Bedeutungslosigkeit. Doch plötzlich lernt sie nach einer Aufführung eine junge, glühende Bewunderin von ihr kennen, Eve Harrington. Nachdem Eve Margo ihre bewegende Lebensgeschichte erzählt, wächst die mittellose Eve dem Star ans Herz und wird von ihr als Mitarbeiterin eingestellt. Anfangs scheint Eve sich als gute Freundin und Helferin zu beweisen, doch bald wird deutlich, dass die junge Frau noch andere, mysteriösere Absichten verfolgt.

Kritik

Alles über Eva ist auch 75 Jahre später eines der großen Meisterwerke der sogenannten „Golden Age“ Hollywoods, welches immerhin sechs Oscars gewann. Grund dafür ist nicht nur die bis heute relevante Behandlung von Frauenrollen, Machtdynamiken, Medieneinfluss und Starpersonas am Broadway, sondern auch die charmanten, mit trockenem Humor besetzten Dialoge von Regisseur und Drehbuchautor Joseph L. Mankiewicz. Abgerundet wird der Film durch einen hervorragenden Cast, mit Ikonen wie die in Bestform aufspielende Bette Davis, Charakterschauspieler*innen wie Anne Baxter, George Sanders oder Thelma Ritter, und, als Bonus in einer Nebenrolle, eine noch junge und unbekannte Marilyn Monroe in einem ihrer ersten Filme.

Bewertung

⭐⭐⭐⭐⭐

Kinder & Familie -

Grüße vom Mars 👨‍🚀

D 2024, 85 Min., FSK 6
Regie: Sarah Winkenstette
Buch: Sebastian Grusnick, Thomas Möller
Kamera: Jakob Berger
Musik: André Feldhaus
Mit: Eva Löbau, Michael Wittenborn, Theo Kretschmer

Capitol: Sa, 07. Juni & So, 08. Juni 14:00 Uhr
Baby als Astronaut (Bild: Pixabay/Dung_Dang)

Handlung

Tom ist zehn und anders. Er mag keine Veränderungen, keine Dinge, die rot sind, und alles Laute wird ihm rasch zu viel. Sein Spezialgebiet ist der Weltraum. Als seine Mutter überraschend nach China muss, soll Tom mit den Geschwistern Nina und Elmar zu Oma und Opa aufs Land nach Lunau ziehen. Für Tom eine Katastrophe. Damit er es aber trotzdem schaff t, schenkt seine Mutter ihm ein Logbuch und schlägt vor, die Reise zu den Großeltern als Probe-Marsmission zu sehen.

Kritik

Grüße vom Mars zeigt immer mal wieder Mut zu einem Kino, das »Bigger than Life« ist. Da baut ein Zehn­jäh­riger mit Faible für Astro­physik einen Dachboden zum Ster­nen­ob­ser­va­to­rium um, spürt durch Beob­ach­tungen und Berech­nungen einen verschwun­denen Himmels­körper auf und entwi­ckelt mit seiner Insel­be­ga­bung sogar eine Theorie zum Aste­ro­iden­flug. Das alles ist so charmant in Szene gesetzt, dass wir Toms verwe­genen Ambi­tionen gerne folgen. Kein Wunder, dass Grüße vom Mars bereits mehrmals ausge­zeichnet wurde, so wurde Theo Kret­schmer beim Festival »Goldener Spatz« zum besten Darsteller gekürt, während der Film auf dem Festival in Luxemburg den Preis der Kinder­jury erhielt.

Bewertung

⭐⭐⭐
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