Den historischen Weihnachtsmarkt in Mainz gibt es jetzt seit 50 Jahren. Zum ersten Mal muss die Weihnachtsstimmung in diesem Jahr ganz ohne Musik entstehen.
Der historische Weihnachtsmarkt in Mainz ist am Donnerstagnachmittag eröffnet worden. Nach Angaben der Stadt wird dieses Jahr allerdings vollkommen auf Musik verzichtet. Grund seien die hohen GEMA-Gebühren. Auch deswegen werde das Jubiläum nicht groß gefeiert.
Weihnachtsstimmung lag in der Luft, als der Bürgermeister den Knopf drückte und die Lichter des Weihnachtsmarkts aufleuchteten. Begleitet von dem Geruch von Glühwein schlenderten die Besucher über den Markt. Nur eine Sache ist dieses Jahr anders. Auf dem Weihnachtsmarkt wird keine Musik gespielt. Nach Angaben der Stadt fordert der Stadtrat, dass der Weihnachtsmarkt kostenneutral gestaltet wird. Für Musik hätte die Stadt der GEMA demnach aber rund 20.000 Euro zahlen müssen. Ein 35-prozentiger Nachlass und ein kleineres Musikprogramm wie im vergangenen Jahr seien miteingerechnet. Das sei nicht leistbar und nicht nachvollziehbar. Statt einer Feier gebe es für fünf Euro eine Jubiläumstasse mit goldener Dom-Grafik. Der Erlös werde an drei Institutionen gespendet.
Auch die Stände werden teurer
Die 90 Stände auf dem Weihnachtsmarkt müssten in diesem Jahr höhere Standgebühren zahlen, teilte die Stadt mit. Die Gebühren seien von der Originalmarke vor Corona um 12 Prozent erhöht worden. Die Besitzerin des Glühweinstands „Schwarzwaldstube“ sagte, „die Standgebühr ist ein kleines bisschen höher, aber bezahlbar“. Sie und ihr Mann lobten auch die kulanten Gebühren der Stadt in der Coronazeit. Scarlett Haas, Besitzerin der Suppenküche, berichtete, sie habe ihre Preise wegen der teureren Standgebühren um einen Euro erhöhen müssen. Ihre Stammkundschaft würde das aber nicht stören. Sie benutze „nur regionale Produkte und das merken die Leute“. Im kommenden Jahr werden die Standgebühren nach Stadtangaben verdoppelt.
Besucher fühlen sich sicher
Seit dem Anschlag in Magdeburg im vergangenen Jahr verstärken Weihnachtsmärkte ihre Sicherheitskonzepte. Nach Stadtangaben gibt es in Mainz seit einigen Jahren an den Eingängen Poller. Außerdem biete die Umgebung des historischen Weihnachtsmarkts einen guten Schutz. Die Security sei aus Kostengründen ausgedünnt worden. Mehrere Besucher und Standbetreiber sagten, sie fühlten sich sicher. Es gebe nie eine hundertprozentige Sicherheit und es sei grauenhaft, dass solche Maßnahmen notwendig seien, sagte ein Paar aus Hofheim.
Auf dem Markt tummelten sich auch Besucher aus anderen Regionen Deutschlands. Die Besitzerin der „Schwarzwaldstube“ berichtete auch von ersten „Urlaubsgästen aus dem Ausland“. Ein Paar aus Hofheim erzählte bei einer Tasse Glühwein, dass der Weihnachtsmarkt leerer sei als sonst. Mitglieder eines Männerchors aus dem Hunsrück waren mit ihren Elfenmützen schon in Weihnachtsstimmung. Einer der Männer sagte, der Markt sei sehr schön und sie fänden das Angebot gut. Nur von dem 50. Jubiläum wüssten sie nichts.
Der historische Weihnachtsmarkt ist bis zum 23. Dezember sonntags bis donnerstags von 11.00 Uhr bis 20.30 Uhr geöffnet, an Freitagen und Samstagen bis 21.00 Uhr. Mehr Informationen sind unter www.weihnachtsstadt-mainz.de zu finden.