Heuschnupfen – Alles zur Allergie gegen Pollen

Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung leidet an Heuschnupfen. Ursachen, Symptome, Folgen und mögliche Behandlungen gegen die Pollenallergie. Von Sarah Schubert.

Was sind die Symptome bei Heuschnupfen?

Allergene Pollen reagieren mit den so genannten Mastzellen des Immunsystems, die Histamin freisetzen, einen Botenstoff, der typische Allergiesymptome verursacht: Reizung und Schwellung der Schleimhäute von Augen, Nase und Atemwegen mit brennenden, geröteten Augen, Juckreiz, Tränenfluss, Niesattacken und Atembeschwerden. Die Haut reagiert mit Rötung und Juckreiz. Auch Magen-Darm-Störungen, Migräne, Müdigkeit, Schlafstörungen und Depressionen können Ausdruck einer Pollenallergie sein.

Was löst Heuschnupfen aus?

In Deutschland werden die meisten Pollenallergien durch den Blütenstaub frühblühender Bäume wie Hasel, Erle, Birke, Gräser und Kräuter wie Beifuß ausgelöst. Doch Heuschnupfen ist nicht nur im Frühjahr ein Thema. Je nach Witterung dauert die Pollenflugzeit länger und fängt auch früher wieder an. So können im November die letzten Gräser- und Brennnesselpollen und im Dezember schon die ersten Haselnusspollen fliegen.

Wie kann ich feststellen, ob ich Heuschnupfen habe?

Zur Diagnose zählen neben den Beobachtungen des Betroffenen, wann und unter welchen Umständen welche Beschwerden auftreten, verschiedene Tests. Zur Diagnose einer Pollenallergie werden Hauttests durchgeführt, bei denen Pollenextrakte auf die Haut getropft und dann durch den Tropfen mit einer speziellen Nadel kurz oberflächlich in die Haut gestochen wird (Pricktest). Seltener wird sehr gering dosierter Pollenextrakt unter die Haut gespritzt (Intrakutantest, höhere Empfindlichkeit). Ergänzend kann eine Blutuntersuchung erfolgen, bei der spezifische IgE-Antikörper gegen die jeweiligen Pollen nachgewiesen werden können.

Was hilft bei Heuschnupfen?

Am besten geht man den Pollen aus dem Weg. Wer „seine“ Pollen kennt, kann am Pollenflugkalender die kritische Jahreszeit ablesen und weicht am besten auf Inseln, an die See oder ins Gebirge aus. An sonnigen und windigen Tagen sollten Allergiker Wiesen und Felder meiden und zur Pollenflugzeit nicht spazieren gehen oder Sport treiben. Die Pollenkonzentration kann in ländlichen Gebieten in den Morgen- bis Mittagstunden, in der Stadt jedoch am Abend höher sein. Daher wird häufig die Empfehlung gegeben, auf dem Land eher in den Abendstunden und in der Stadt lieber in den Morgenstunden zu lüften. Vor dem Zubettgehen die Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen und möglichst die Haare waschen, um anhaftende Pollen herauszuspülen.

Welche Medikamente helfen bei Heuschnupfen?

Vorbeugend und bei Beschwerden sind Antihistaminika schnell wirksam und lindern Niesen und Jucken. Eine Dauerbehandlung mit den Histaminblockern ist möglich, sie stehen als Augen- und Nasentropfen und Tabletten zur Verfügung. Manche Präparate machen müde. Einige bewährte Antihistaminika sind rezeptfrei erhältlich (Cetirizin, Loratadin). Ungeeignet sind abschwellende Nasentropfen wie sie bei Erkältungen benutzt werden. Sie kann man maximal eine Woche anwenden, ansonsten trocknen die Schleimhäute aus, entzünden sich und verschlimmern die allergischen Reaktionen.

Was passiert wenn man Heuschnupfen nicht behandelt?

Unbehandelter Heuschnupfen kann in Asthma übergehen. Nur Vorbeugung, rechtzeitige Diagnose und konsequente fachärztliche Therapie verhindert den gefährlichen „Etagenwechsel“ von Augen und Nase zu Atemwegen und Lungen. Heuschnupfen ist keine Bagatell- sondern eine Systemkrankheit, deren Verlauf verzögert werden kann, je früher man sie erkennt und behandelt.