Debatte um ESC-Teilnahme Israels: Sender zweifelt Ergebnis an

Beim Eurovision Song Contests erreichte Israel den zweiten Platz. Jetzt gibt es Kritik der TV-Sender an der Europäischen Rundfunkunion. Von Moritz Finger.

Der Eurovision Song Contest 2025 ist am Samstag mit dem Finale in Basel zu Ende gegangen. Die Debatte um die Teilnahme Israels an dem Wettbewerb ist damit aber nicht beendet. Der staatliche TV-Sender RTVE aus Spanien will eine Überprüfung des Publikumsvotings bei der Europäischen Rundfunkunion (EBU) beantragen, die den jährlichen ESC veranstaltet.

Welchen Platz bekam Israel beim ESC?

Hintergrund ist das Abschneiden Israels bei dem Wettbewerb: Die Sängerin Yuval Raphael erreichte mit dem Song „New Day Will Rise“ den zweiten Platz hinter dem diesjährigen Gewinner JJ aus Österreich. Von den Zuschauern erhielt Raphael insgesamt rund 300 Punkte aus den 37 Teilnehmerländern –– so viele wie niemand sonst.

„Mehrere Länder werden ebenfalls denselben Antrag stellen, da sie der Ansicht sind, dass das Televoting durch die aktuellen militärischen Konflikte beeinflusst wurde und dies den kulturellen Charakter der Veranstaltung gefährden könnte“, teilte RTVE mit. Den Angaben des Senders zufolge, habe die EBU bereits im Vorfeld des Finales vor der Verbreitung politischer Botschaften gewarnt.

Spanischer Sender blendet Botschaft bei Israel-Auftritt ein

Im zweiten Halbfinale hatte RTVE einen Hinweis auf die Opfer des Gaza-Konflikts eingeblendet. Trotz der Warnung der EBU hat sich der spanische Sender für die Einblendung einer Botschaft zum Finalbeginn entschieden: „Angesichts der Menschenrechte ist Schweigen keine Option. Frieden und Gerechtigkeit für Palästina“, war während der spanischen Liveübertragung zu lesen.

Auch der Ministerpräsident Pedro Sánchez forderte den Ausschluss Israels vom ESC. Hintergrund ist Israels Vorgehen im Gazastreifen. Auch in der Nacht des ESC-Finales hätten Angriffe stattgefunden. Mit Blick auf Russland, dass nach dem Überfall auf die Ukraine 2022 vom ESC ausgeschlossen wurde, betont Sánchez: „Wir dürfen keine doppelten Standards in der Kultur zulassen.“ Niemand habe sich empört, als Russland wegen der Invasion der Ukraine vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde. „Dasselbe sollte auch für Israel gelten“, so der spanische Ministerpräsident.