US-Präsident Donald Trump hat sein Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin als Erfolg bezeichnet. Eine Ansicht, die Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nicht teilt. Kritik gab es auch von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. Von Hendrik Gag
Pistorius warf Putin vor, nur auf Zeit spielen zu wollen. Das Gespräch sei Teil dieser Strategie gewesen. „Das kann man sehr klar erkennen“, erklärte der SPD-Politiker vor einem Treffen der EU-Außen- und Verteidigungsminister in Brüssel.
Pistorius will Putins Worte nicht ernstnehmen
„Das Gespräch gestern hat wieder einmal bestätigt, Erklärungen werden abgegeben von russischer Seite, aber Beweise für erklärte Absichten gibt es bislang nicht“, fuhr Pistorius fort. Fortan werde er „keine Worte mehr“ beurteilen, sondern „Taten und Handlungen“.
In diesselbe Kerbe schlug die EU-Außenbeautrage Kaja Kallas. Der Estin zufolge ist es „offensichtlich“, dass Russland keinen Frieden in der Ukraine wolle. Daher sei die politische Isolierung Russlands wichtig, um „Druck auf Russland auszuüben.“
Kallas‘ Appel an Trump
Kallas fordert aus diesem Grund die USA auf, an der Seite der Europäer zu agieren. „Da müssen wir alle vereint sein“, sagte die 47-Jährige. Sollte Russland nicht zu einer Waffenruhe bereit sein, wolle die EU daher „Konsequenzen sehen, auch von Seiten der USA.“
Zuvor hatte Trump nach dem Telefonat erklärt, dass er das Gefühl habe, dass Putin „genug habe“ und bald mit dem Krieg „aufhören“ werde. Der US-Präsident hatte zudem Friedensgespräche im Vatikan ins Gespräch gebracht.
Für diese Idee hatte sich der ukrainische Präsident Selenskyj offen gezeigt. „Egal in welchem Format. Die Türkei, der Vatikan, die Schweiz – wir ziehen alle möglichen Orte in Betracht“, schrieb der ukrainische Präsident auf „X“.
