Egal ob eine Kurzzeitige Krise oder ausgewachsene Krankheit vorliegt: Eine Psychotherapie kann Wege aus dem Tief aufzeigen. Doch oft ist die Hürde sehr hoch, sich um einen Therapieplatz zu kümmern. Wir liefern fünf Schritt über die man an einen Therapieplatz kommt.
Schritt 1 – Die eigene Situation einschätzen
Der erste Schritt ist, die eigene Situation kurz einzuordnen:
- Welche Beschwerden bestehen?
- Wie dringend ist die Unterstützung?
- Gesetzlich oder privat versichert?
- Welche Zeiten und Orte kommen infrage?
So simpel es klingt: Mit engen Bezugspersonen über die aktuelle Situation zu sprechen, hilft oft, sich selbst zu sortieren. Außerdem ist es hilfreich, sich ein paar Stichpunkte zu machen. Das erleichtert spätere Telefonate mit Praxen oder Beratungsstellen.
Bei akuten Krisen sollte sofort Hilfe gesucht werden:
- Notruf: 112
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
- Telefonseelsorge: 0800 1110111 oder 0800 1110222
Die Telefonseelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.
Schritt 2 – Die psychotherapeutische Sprechstunde nutzen
Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf eine sogenannte psychotherapeutische Sprechstunde. Dort wird eingeschätzt, welche Unterstützung sinnvoll ist und ob eine Therapie empfohlen wird.
Einen Termin vermittelt die Terminservicestelle unter:
- 116117
- Online über die Terminvermittlung der Kassenärztlichen Vereinigungen
Die Vermittlung eines Erstgesprächs muss normalerweise innerhalb weniger Wochen erfolgen.
Schritt 3 – Systematisch nach Therapeutinnen und Therapeuten suchen
Parallel zur Sprechstunde lohnt es sich, selbst Praxen zu kontaktieren. Fragt, sofern ihr euch damit wohl fühlt, Bezugspersonen. Sie können euch helfen, die Praxen und Anlaufstellen zu kontaktieren.
Viele Betroffene erstellen dafür eine Liste mit:
- Praxisname
- Telefonnummer
- Datum des Anrufs
- Rückmeldung
- Warteliste (ja/nein)
Hilfreiche Suchportale sind:
Viele Therapeutinnen und Therapeuten vergeben Plätze ausschließlich telefonisch während ihrer Sprechzeiten. Deshalb kann es sinnvoll sein, mehrfach anzurufen.
Schritt 4 – An Erstgesprächen teilnehmen
Vor Beginn einer Therapie finden sogenannte Erstgespräche statt. Dabei lernen sich Patient und Therapeut gegenseitig kennen.
In diesen Gesprächen geht es unter anderem um:
- die Beschwerden,
- Therapieziele
- die passende Therapieform
- und darum, ob die Zusammenarbeit passt.
Es ist vollkommen in Ordnung, mehrere Erstgespräche auszuprobieren, bis man sich wohlfühlt.
Schritt 5 – Dranbleiben und weitere Hilfe nutzen
Die Suche nach einem Therapieplatz dauert manchmal länger. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig nachzufragen und weitere Möglichkeiten zu nutzen.
Hilfreiche Anlaufstellen:
- Hausarztpraxis
- Ausbildungsambulanzen
- Psychiatrische Institutsambulanzen
- Sozialpsychiatrischer Dienst
- Krankenkassen
Viele Menschen berichten außerdem, dass Ausbildungsambulanzen oft schneller freie Plätze haben.
Wichtige Telefonnummern auf einen Blick
| Angebot | Telefonnummer |
|---|---|
| Ärztlicher Bereitschaftsdienst / Terminservice | 116117 |
| Telefonseelsorge | 0800 1110111 |
| Telefonseelsorge (zweite Leitung) | 0800 1110222 |
| Nummer gegen Kummer (Kinder & Jugendliche) | 116111 |
| Elterntelefon | 0800 1110550 |
| Notruf | 112 |