Tod, Trauer, Särge – der Beruf des Bestatters klingt erst einmal bedrückend. Mittlerweile entscheiden sich jedoch immer mehr junge Leute für dieses Berufsfeld. Zum Tag des Bestatterhandwerks Rheinland-Pfalz geben Unternehmen Einblicke, warum der Job erstrebenswert ist.
Doris Ahnen, die rheinland-pfälzische Finanzministerin, ist zum ersten Tag des Bestattungshandwerks Rheinland-Pfalz zu Besuch im Bestattungsinstitut Wiedenmann in Mainz und stellt interessiert ihre Fragen zu dem Beruf und seinen Hintergründen. In ganz Rheinland-Pfalz öffnen an diesem Wochenende Bestattungsunternehmen ihre Türen für alle Interessierten. Auch Jörg Wiedenmann und seine Mitarbeiter antworten gerne auf Fragen und stellen mit viel Leidenschaft ihre Arbeit vor.
Hermann Hubing, der Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz, ist ebenfalls anwesend. Er erklärt, dass der Tag des Bestattungshandwerks dafür da sei, Menschen ihre Berührungsängste zu nehmen. Auch Ahnen betont, dass sie es wichtig finde, sich mit der Thematik rund um Tod und Bestattung zu befassen, denn früher oder später betreffe es jeden. Wiedenmann stimmt ihr zu und betont im Laufe des Gesprächs noch mehrfach die Wichtigkeit sich rechtzeitig um Bestattungsvorsorge zu kümmern.
Bestatter: Ein abwechslungsreicher Beruf
Wiedenmann Bestattungen gibt es seit 2006, damals noch in der Hinteren Bleiche. Nach fünf Jahren ist das Unternehmen umgezogen und befindet sich jetzt in der Rheinstraße. Jörg Wiedenmann ist ursprünglich Werkzeugmachermeister, erst mit 40 sei er dann zum Beruf des Bestatters gekommen. Dieses Handwerk habe ihn jedoch schon immer angezogen. Da es damals jedoch kein klassischer Ausbildungsberuf gewesen sei, habe er ihn erst so spät ergriffen. Dafür absolvierte er eine einjährige interne Ausbildung bei einem Bestattungsunternehmen.
Er und seine Mitarbeiter erklären, Bestatter sei ein sehr abwechslungsreicher und interessanter Beruf. Man erlebe verschiedene Familien und deren Dynamiken. Auch habe man mit vielen verschiedenen Leuten und Aufgaben zu tun und bekomme sehr viel Dankbarkeit zurück. Doch manche Todesfälle seien auch schwieriger im Umgang, besonders wenn es Kinder oder Jugendliche betreffe.
Immer mehr Bestatterinnen
Als Bestatter kümmert man sich unter anderem um die Organisation der Trauerfeier, der Blumen und der Traueranzeige. Aber es gehören auch bürokratischere Dinge dazu, wie die Abmeldung von Vereinen. Man versuche, den Leuten so viel wie möglich abzunehmen, erklärt Wiedenmann. Als Bestatter müsse man mitfühlend sein, aber auch distanziert.
An Nachwuchs in dem Beruf mangele es nicht, erklärt Hubing. Mittlerweile sei ein Großteil der Menschen, die sich für eine Bestatterausbildung bewerben, Frauen. Der Beruf werde immer weiblicher.

Umgang mit Leichen sehr herausfordernd
Allerdings würde er nicht jedem zu diesem Handwerk raten, vor allem nicht besonders jungen Menschen. Wiedenmann stimmt zu, es sei ratsam, vorher schon eine andere Ausbildung absolviert zu haben. Ab Mitte 20 sei der Beruf empfehlenswert. Gerade auch, weil der Umgang mit Leichen für viele sehr herausfordernd sein könne.
Man geht natürlich lieber ins Reisebüro
Jörg Wiedenmann, Bestatter
Wenn Menschen von Wiedenmanns Beruf erfahren, würden die meisten sehr interessiert reagieren und viele Fragen stellen.
Der Beruf mache ihm Spaß, auch, wenn das für viele schwer vorstellbar sei.
„Man geht natürlich lieber ins Reisebüro oder sich ein Auto kaufen“, erklärt Wiedenmann, aber der Tod und die Bestattung seien nun mal unumgänglich.
Um das Interesse für diesen Beruf noch weiter zu steigern, wird es in Rheinland-Pfalz alle zwei Jahre, immer im Wechsel mit Hessen, den Tag des Bestattungshandwerks geben.