Der demografische Wandel trifft den Osten stärker als den Westen. Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) schlägt konkrete Maßnahmen vor. Von Frederick Dustmann.
Ostdeutschland verbinde zwar Innovationskraft und Pragmatismus, sei allerdings im Gegensatz zu Westdeutschland klein- und mittelständisch geprägt und von den aktuellen Krisen schneller und stärker betroffen, sagt die neue Ostbeauftragte der Bundesregierung im Interview mit dem rbb.
Der Fachkräftemangel sei dabei eine besondere Herausforderung: „Wir haben in der Vergangenheit einige Regionen mit einer hohen Abwanderung gehabt. Das führt dazu, dass das Thema Fachkräftemangel viel gravierender ist als in Westdeutschland.“, sagt Kaiser.
Kaiser benennt konkrete Maßnahmen
Um die Konjunktur zu steigern, müsse der Osten nach Worten von Kaiser entlastet werden – etwa durch Steuersenkungen, ermäßigte Energiepreise und schnellere Genehmigungsverfahren. Die neuen Bundesländer bräuchten außerdem eine höhere Arbeitsleistung. Die Anreize, in Arbeit zu gehen, müssen gestärkt werden, sagt Kaiser.

Dazu gehöre auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Viele ostdeutsche Arbeitnehmer würden gerne wieder von Teilzeitmodellen in Vollzeit wechseln, so Kaiser. Das sei bisher aber nur schwer möglich. Daher wolle die neue Bundesregierung die Arbeitnehmer dabei zukünftig besser unterstützen.
Kaiser fordert erhöhten Mindestlohn und sieht Potential
Kaiser hält an der Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro fest. Damit dieser implementiert werden kann, müssten Unternehmen an anderen Stellen entlastet werden. Eine Niedriglohnpolitik, wie sie lange im Osten gefahren wurde, sei laut Kaiser keine Option mehr.
