Speyer erblüht: OB Stefanie Seiler eröffnet Wettbewerb für Artenvielfalt

Seit Mittwoch ist der Artenvielfalt-Wettbewerb „Speyer erblüht“ eröffnet. Zum Start legen Freiwillige und Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler an der Villa Ecarius dafür einen neuen Grünstreifen an. Der Wettbewerb soll ein Zeichen für Flächenentsiegelung und Artenvielfalt sein. Von Marco Biallas

Trotz der kühlen Temperaturen und des Nieselregens waren rund 25 Helfer bei der Aktion dabei. Hier fiel der Startschuss für den Fotowettbewerb „Speyer erblüht“, bei dem interessierte Bürger Schnappschüsse ihrer blühenden Oasen zu Hause an die Stadtbibliothek Speyer senden können.

Mitorganisatorin Sandra Gehrlein vom städtischen Nachhaltigkeitsmanagement will mit der Aktion, die Teil der bundesweiten Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten“ ist, verdeutlichen, wie jeder Einzelne zu mehr Artenvielfalt beitragen kann: „Selbst kleine blühende Flächen im eigenen Garten, Balkonbeete oder Insektenkästen können bereits einen großen Unterschied machen.“ Das gelte auch für die öffentliche Saatgutbibliothek in der Villa Ecarius. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) betonte die Rolle von Begrünung und Flächenentsiegelung: „Wir müssen den Balanceakt zwischen baulicher Weiterentwicklung, insbesondere im Wohnungsbau, und einer verbesserten Flächennutzung schaffen.“

Flächenversiegelung als deutschlandweites Problem

Dabei ist Flächenversiegelung kein Problem, das nur die Stadt Speyer betrifft: Bundesweit liegt der Durchschnitt bei rund 44 Prozent Versiegelungsgrad. Speyer bringt es im bundesweiten Vergleich auf den vierten Platz, wie eine Studie des Gesamtverbandes für Versicherer nahelegt. In der interaktiven Grafik können sie detaillierte Informationen zur Versiegelung in deutschen Städten abrufen

Quelle Grafik: https://www.gdv.de/gdv/medien/medieninformationen/versiegelungsstudie-ludwigshafen-ist-die-am-staerksten-versiegelte-stadt-in-deutschland–133126

Die zunehmend dichtere Bebauung in Städten ist angesichts der wachsenden Gefahr von Extremwetterereignissen wie Starkregen ein Problem. „Versiegelte Flächen verhindern das Versickern des Regenwassers. Dies kann bei extremen Regenfällen zu Überschwemmungen mit erheblichen Schäden führen“, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen bei der Vorstellung der Studie . „Kommunen sollten deshalb die Starkregengefahr in ihrer Stadt- und Landschaftsplanung stärker berücksichtigen. Auch die Entsiegelung von Flächen muss auf die Tagesordnung.“

Auch Integrationskurs-Teilnehmer helfen mit

„Deshalb sind Aktionen wie Speyer erblüht so wichtig“, so Seiler. Sie könnten helfen, dass Thema im Alltag der Menschen sichtbarer zu machen. Außerdem schweißt die Aktion zusammen: Teilnehmer eines Integrationskurses der Volkshochschule unterstützten nach einer kurzen Einführung die Pflanzaktion. Unter den Teilnehmenden war auch Bianca Focsa. Die Rumänin, die seit 2010 in Deutschland lebt, entschied sich im vergangenen Jahr, den Kurs zu besuchen, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Sie betonte: „Mir machen die Aktion und auch der Kurs großen Spaß.“ Sprache und Integration seien „der Schlüssel zu unserer Zukunft“.

Sliman Barshin, ein weiterer Kursteilnehmer, stieß ins selbe Horn: „Es ist eine Freude, heute hier zu sein und dazu beizutragen, ein Stück Natur zu bewahren. Außerdem ist es großartig, sich mit allen Leuten vor Ort auszutauschen.“ Er warte derzeit auf die Anerkennung seiner syrischen Lokführer-Ausbildung, damit er in Deutschland als Lokführer-Assistent arbeiten könne, berichtete er. „Das ganze Verfahren dauert sehr lange, daher habe ich mich entschieden, meine Deutschkenntnisse zu verbessern, um dann so schnell wie möglich wieder arbeiten zu können.“ Mitte Mai stehe die Sprachprüfung an. Solange heißt es in Speyer jetzt: Pflanzen für Artenvielfalt und Flächenentsiegelung.